Dem einen oder anderen Mitglied ist es schon aufgefallen – anstatt bewegtem Gewicht zeigen unsere Displays jetzt Aktivitätspunkte an. Das hat natürlich einen guten Grund und den wollen wir Euch im Folgenden kurz erklären!

Quelle: eGym

Was hat sich geändert?

Auf dem Bildschirm werden die Trainingsleistungen jetzt in Aktivitätspunkten anstatt wie bisher als bewegtes Gewicht dargestellt und mit den vergangenen Leistungen verglichen. Zudem findet Ihr jetzt auf der rechten Seite direkt die Vorteile Eures Trainings und müsst nicht erst in Eure App schauen.

Was zeigen die Aktivitätspunkte?

Aktivitätspunkte sind ein Maß für die Energie, die durch körperliche Aktivität verbraucht wird. Ein Aktivitätspunkt entspricht dabei in etwa der Energiemenge, die der Körper in einer Minute Sitzen verbraucht.

Für alle die es ganz genau wissen wollen:

 1 EGYM Aktivitätspunkt = 1 MET Minute = 1 kcal/kg Körpergewicht

  • 1 MET-Minute steht für die Energie, die ein Mensch in einer Minute im Sitzen verbraucht.
  • Wenn Ihr in einem Satz eGym (60 Sekunden) 20 Punkte erhaltet, dann habt Ihr in dieser Zeit 20x so viel Energie verbraucht als wenn Ihr nur gesessen hättet.
  • Erhaltet Ihr für zwei Runden eGym zum Beispiel 400 Punkte, dann habt Ihr in dieser Zeit so viel Energie verbraucht wie in 400 Minuten (6:40 h) sitzen.
  • Wollt Ihr die Punkte in Kalorien umrechnen, dann rechnet Ihr: Die erhaltenen Punkte geteilt durch 60 (60 Minuten pro Stunde) und dann multipliziert mit dem Körpergewicht (in kg). Beispiel: Ihr seid 90 Kilo schwer, habt 300 Punkte erhalten und 60 Minuten trainiert : dann habt Ihr Kalorien in Höhe von 450 kcal verbrannt.

Wieso werden jetzt Aktivitätspunkte statt bewegtem Gewicht angezeigt?

1. Verbesserte Darstellung der Gesundheitseffekte

Corona hat auch dazu geführt, dass das Bedürfnis, etwas für die eigene Gesundheit zu tun, stärker denn je ist. Die bisher verwendeten Aktivitätspunkte wurden bisher bereits als geeignete und evidenzbasierte (wissenschaftlich fundierte) Maßgröße für körperliche Aktivität verwendet. Diese diente auch als Grundlage für die Aktivitätslevel, mit denen die gesundheitlichen Vorteile der Bewegung hervorgehoben wurden. Bisher wurden die Aktivitätspunkte und -level nur in der App angezeigt. Damit auch die Mitglieder, die nur die Maschinen nutzen die positiven gesundheitlichen Effekte des Trainings direkt vor Augen haben, wurde die Anzeige mit entsprechenden Hinweisen angepasst.

2. Verbesserte Vergleichbarkeit zwischen Nutzern

Die Aktivitätspunkte erlauben es ebenfalls, die verbrauchten Kalorien mit dem individuellen Grundumsatz ins Verhältnis zu setzen. Ein kurzes Beispiel: ein 100-Kilo-Mann und eine 50-Kilo-Frau, die jeweils 10 x 50 kg stemmen. Die verbrauchten kcal sind bei beiden etwa gleich aber die Frau hat bezogen auf Ihr Körpergewicht deutlich mehr geleistet, und somit auch einen größeren Gesundheitseffekt. Daher bekommt sie ebenfalls mehr Aktivitätspunkte dafür.

3. Geeignetere Belastungsmetrik

Bewegtes Gewicht ist einfach zu verstehen, kann jedoch auch leicht in die Irre führen. Durch ein höheres Trainingsgewicht sinkt auch die Anzahl der möglichen Wiederholungen überproportional. Im Ergebnis ist das gesamte bewegte Gewicht geringer. Das könnte dazu verleiten, mit niedrigerer Belastung und damit niedrigerem Trainingsreiz zu trainieren. Ihr hättet also mehr Gewicht bewegt aber in keinster Weise effektiver trainiert. Die Aktivitätspunkte enthalten zudem auch den Nachbrenneffekt (EPOC), so dass sich intensiveres Training auch wirklich auszahlt und sichtbar wird.

4. Vergleichbarkeit mit anderen Aktivitäten

Bewegtes Gewicht als Messwert ist nur auf Krafttraining anwendbar und lässt sich selbst beim Krafttraining nicht immer zwischen verschiedenen Übungen vergleichen. Aktivitätspunkte sind auf alle Arten von Bewegung anwendbar und erlauben somit auch den Vergleich verschiedener Aktivitäten.

Mortalitätsrisiko und körperliches Aktivitätsniveau

Myers, Prakash und Froelicher haben bereits 2002 und Laughlin & Maurice 2004 den Zusammenhang zwischen der relativen Sterblichkeit und dem Metabolischen Äquivalent (MET) untersucht. Die Untersuchungen haben drei Ergebnisse hervorgebracht:

1. Zu jedem Zeitpunkt im Leben kann es zu einer positiven oder negativen Veränderung der „Lebenserwartungskurve“ kommen (je nachdem ob eine erhöhte, unveränderte oder verringerte körperliche Aktivität durchgeführt wird) und

2. Die fittesten Personen weisen das geringste relative Sterblichkeitsrisiko auf. Aktivere Personen mit einem höheren Energieverbrauch weisen sogar bei Vorhandensein von Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, COPD, Diabetes und Rauchen) ein geringeres relatives Sterblichkeitsrisiko als inaktivere Personen auf.

3. Die körperliche Aktivität war ein besserer Wert zur Vorhersage der Sterblichkeit, als das Vorhandensein der beschriebenen Risikofakoren.

Menschen mit einer niedrigen Fitness hatten in der Untersuchung eine 4,5-fach erhöhte relative Sterblichkeit. Menschen mit der höchsten Fitness (>13 METs) wiesen die geringste relative Sterblichkeit auf.

Der eine oder andere kennt vielleicht ebenfalls die allgemein geltenden Empfehlungen von 150 Minuten moderater körperlicher Aktivität und 2 x Einheiten Muskelaufbautraining pro Woche als Richtwert für gesundheitssportliche Bewegung.

Wer das auf das eGym-Training umrechnen möchte kann die folgende Übersicht (nach Weineck 2007) zu Hilfe nehmen.

Leichte körperliche Aktivität  = weniger als 3 MET bzw. weniger als 3,5 kcal / min, entsprechend einem langsamen Gehtempo mit < 4 km / Std.

Moderate körperliche Aktivität  = 3 – 6  MET bzw. mehr als 3,5 – 7 kcal / min, entsprechend einem Gehtempo mit  4 – 7 km / Std. Diese Aktivität ist von besonderem gesundheitlichen Wert!

Schwere körperliche Aktivität  = mehr als 6 MET bzw. mehr 7 kcal / min.

Fazit

Wir hoffen, Ihr findet die Änderungen genauso super wie wir und geht mit einer noch größeren Motivation an das Training als vorher! Bei Fragen zu den Änderungen stehen wir Euch natürlich wie immer jederzeit zur Verfügung! 

Quellen

eGym (2020). eGym Update.

Laughlin, Maurice. (2004). Physical Activity in Prevention and Treatment of Coronary Disease: The Battle Line is in Exercise Vascular Cell Biology. Medicine and Science in Sports and Exercise – MED SCI SPORT EXERCISE. 36. 352-362. 10.1249/01.MSS.0000117114.02875.5C.

Myers, J., M. Prakash, V. Froelicher, et al.: Exercise capacity and mortality among men referred for exercise testing. New Engl. J. Med. 356 (2002), 793 – 801. DOI: 10.1056/NEJMoa011858

Weineck, J.: Optimales Training. (2007) Spitta Verlag Balingen