Der Sommer steht vor der Türe. Eigentlich die perfekte Zeit um auf dem heimischen Balkon oder im Garten (Geldern hat auch seine Vorteile) in der Sonne zu liegen, ein kaltes Getränk seiner Wahl zu trinken und unbeschwert vor sich hinzudösen.

Doch vielen von uns fällt es aktuell nicht leicht sich zu entspannen. Corona hat unser Leben an vielen Stellen verändert, oft nicht positiv. „Stress“ ist bei vielen von uns zu einem stetigen Hintergrundrauschen im Leben geworden. Kein Wunder also, dass die Zahl an Depressionen, Burn-Out-Fällen und psychischen Erkrankungen, nicht erst seit Corona, konstant ansteigt.

Dagegen wollen wir etwas unternehmen! Wir bewegen Generationen – das steht nicht nur für körperliche Bewegung. Auch unser Gehirn müssen wir manchmal in Bewegung setzen, um gesund und leistungsfähig bleiben zu können.

Unser neues Kursprogramm: Gelassen und sicher im Stress

In unserem neuen § 20 Kursprogramm „Gelassen und sicher im Stress“ wollen wir Ihrem Gehirn genau dazu verhelfen. Anstatt gut gemeinter Ratschläge, Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen möchten wir Sie nachhaltig darin unterstützen, einen gesundheitsförderlichen Umgang mit alltäglichen beruflichen wie privaten Belastungen umzusetzen und beizubehalten. Das Ganze mit viel Praxis, Achtsamkeit und verschiedenen Möglichkeiten zur eigenen Umsetzung im Alltag. Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass wir in diesem Zusammenhang ab dem 01.07. eine neue Yoga- und Entspannungslehrerin für uns gewinnen konnten, die den Teilnehmern verschiedene Entspannungs- und Atemübungen für den Alltag vermittelt. Wer sich jetzt bereits einen Platz sichern möchte, der kann uns über unser Kontaktformular eine kurze Nachricht schreiben. Sobald konkrete Kurszeiten feststehen, werden wir Sie weiter informieren. Bitte beachten Sie, dass wir nur über eine begrenzte Anzahl an Kursplätzen verfügen.

Wieso Stressbewältigung auch aus physiotherapeutischer Sicht ein so wichtiges Thema ist, haben wir zum Abschluss noch einmal in den folgenden Abschnitten zusammengefasst. Unsere Gefühle, Emotionen und Einstellungen tragen einen enormen Teil dazu bei, wie unser Körper heilt und regeneriert. Mentale Spannungszustände können sich auch auf die Muskulatur übertragen und Schmerzzustände verstärken oder hervorrufen.

In unserer technologiegetriebenen Welt und sitzendem Lebensstil ist es wichtiger denn je, die eigentliche Form und Funktion unseres Körpers zurückzuerlangen. Unsere Haltung erzählt eine Geschichte – wahrscheinlich eine über Stress, Schmerzen und Stunden über Stunden des Sitzens. Indem wir durch Stressbewältigung und Bewegung unsere Haltung verbessern können wir diese Geschichte umschreiben und ihr das Happy-End geben, welches sie verdient.

Was beeinflusst unsere Haltung?

Der menschliche Körper ist dazu gemacht, sich zu bewegen. Noch vor zu nicht allzu langer Zeit haben wir Felder gepflügt und uns um die Ernte gekümmert. Jetzt sitzen wir den Großteil unseres Lebens an Schreibtischen, im Auto, auf Sofas und starren von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf unseren kleinen oder großen Bildschirm. Das Schlimmste daran ist, dass je mehr wir sitzen, desto mehr wollen wir auch sitzen. Schlechte Haltung und ein übermäßiges Sitzen komprimieren unsere Wirbelsäule und schwächen die für die Haltung so wichtige Muskulatur. Selbst wenn wir aufstehen, und uns bewegen, fühlen wir uns müde oder haben Schmerzen, weil wir die nötige Kraft und Beweglichkeit verloren haben.

Unser Gehirn ist dazu gemacht, genau die Fähigkeiten zu verbessern, die wir regelmäßig praktizieren und für die meisten von uns ist das, Sie haben es erraten, das ganztägliche Sitzen. Ebenso üben wir fleißig immer genau die ungesunden Bewegungen, die es uns ermöglichen unsere täglichen Aufgaben so zu erledigen, ohne die grundliegenden Haltungsmängel zu adressieren. Unser Körper ist einigermaßen schlau – sind wir verletzt, schwanger oder einfach nur steif und schwach vom Sitzen, kompensiert unser Körper diese Defizite auf eine Art, die unsere Haltung beeinflusst.

Oft werden die falschen Muskeln für eine bestimmte Aufgabe rekrutiert und führen aufgrund ihres „Missbrauchs“ zu Schmerzen und Verletzungen. Unsere mentale Haltung beeinflusst unsere Haltung ebenfalls. Überlegen Sie mal – was machen Sie um sich stark und selbstbewusst zu fühlen? Vielleicht gehen Sie einer Sportart nach oder verbringen Zeit mit Familie oder Freunden.

Wir tendieren dazu eine bessere Haltung einzunehmen, wenn wir Aktivitäten ausführen, die uns Spaß machen. Wenn es uns schlecht geht, wir krank sind oder gerade eine stressreiche Zeit durchmachen spiegelt sich das ebenfalls in unserer Haltung wider. Hochgezogene Schultern sind eines der prominentesten Merkmale, an denen man erkennen kann, ob jemand „Stress“ hat.

Psychische Belastungen machen es schwerer ein aufrechtes Leben zu führen. Die gute Nachricht ist, dass unser Gehirn so formbar, ist, dass wir ein Instrument oder eine andere Sprache lernen können. Ergo können wir auch lernen, wie wir unsere körperliche und mentale Haltung und so unser Leben verbessern können. Keiner von uns ist eines Tages auf einmal aufgewacht und hatte eine schlechte Haltung – unser Alltag hat diese über Jahre geformt. Hervorragend also, dass wir diesen Alltag ebenso dafür nutzen können eine gesunde Haltung zu formen.

Wie beeinflusst unsere Haltung uns?

Eine gesunde Körperhaltung lässt uns nicht nur aufrecht sitzen, stehen und bewegen ohne Schmerzen – sie verbessert auch unsere Blutzirkulation, entlastet innere Organe und gibt unseren Lungen den Raum, den sie brauchen. Wenn sich unser Körper besser fühlt, fühlt sich auch der Geist besser und umgekehrt. Deshalb verbessert eine gute Haltung ebenfalls das Selbstbewusstsein.

Eine schlechte Haltung stellt eine Belastung für unsere Muskeln und Gelenke dar und führt zu ungesunden Bewegungsabläufen und Schmerzen. Die entstehende Ermüdung und das Unwohlsein wirken sich mental und emotional kaum günstig aus und umgekehrt.

Haltung und Atmung

 Eine gesunde Haltung beginnt immer damit, bewusst den eigenen Atem wahrzunehmen. Nehmen Sie sich bewusst einen Moment Zeit und überprüfen Sie mal, wie Sie gerade atmen. Sind Sie in sich zusammengesunken und halten den Atem an oder atmen Sie nur flach und benutzen hierfür ihre Schulter- und Nackenmuskulatur? Diese Atmungsweise ist sowohl schlecht für die Haltung, als auch für die Gesundheit. Wenn Sie sich regelmäßig auf eine Atemtechnik konzentieren, können Sie schon recht einfach Ihre Haltung drastisch verbessern und damit auch Ihre Stimmung verbessern – genial oder?

Für alle, die es etwas fachlicher wollen: anhand der Atmung lässt sich der Parasympathikus (der Teil unseres Nervensystems, der für die Entspannung verantwortlich ist) aktivieren und somit von Stress auf Entspannung umschalten. Wie diese Atemtechnik aussieht und welche Übungen es zusätzlich für eine effektive Stressbewältigung gibt, erfahren Sie selbstverständlich auch in unserem Präventionskurs.

Hinweis: Die Zertifizierung als Präventionskurs bedeutet, dass gesetzliche Krankenkassen einen Teil der Kosten für die Teilnahme (i.d.R. 70 – 80 %) übernehmen und der Inhalt des Kurses den gesetzlichen Qualifikationsvorgaben der gesetzlichen Krankenkassen entspricht.

Pro Jahr stehen jedem Versicherten / jeder Versicherten gesetzlich zwei Präventionskurse zur Verfügung. Manche Krankenkassen belohnen die Teilnahme an Präventionskursen zudem durch Prämien am Jahresende oder einem vergünstigten Beitrag.